About me
Um es kurz zu halten: Ich bin Merle Ibach, 1990 in Berlin geboren, inzwischen wohnhaft in der Metropole Falkensee und mit dem Segeln habe ich '97 angefangen.
Im Grunde genommen ist jetzt alles Wichtige gesagt, wer es aber lieber etwas genauer wissen will, soll natürlich auch nicht zu kurz kommen.
Wie gesagt, geboren bin ich in Berlin. Zur Einschulung hatten meine Eltern sich aber dann, für mich damals unerklärlicherweise, entschieden "aufs Land" zu ziehen. Jeder, der nach der kurz nach der Wende mal in den Osten gefahren ist, weiß wie es dort aussah und genau so fühlte es sich auch in der fremden Umgebung an. Aber welch ein Glück, dass meine Eltern diesen Schritt damals gegangen sind, denn in meiner Grundschulklasse war ein Mädchen, dessen Eltern segelten und nun suchten sie für Ihre Tochter noch jemanden, der daran interesse haben könnte. Wie es genau dazu kam, dass ich da dann mitgegangen bin, weiß ich gar nicht mehr, aber das muss Schicksal sein ;-)
Auf jeden Fall ging es erstmal ab in den Opti. Ich verstand nichts, hatte bei mehr als einer Windstärke, also wenn sich das Boot bewegte, Angst, hatte aber genauso viel Angst meinen Eltern zu sagen, dass ich nicht mehr will - auch da weiß ich aber nicht mehr warum, denn wenn ich es ihnen gesagt hätte, wäre das auch akzeptiert worden - das weiß ich heute und kann nur sagen: puh, welch ein Glück.
Nach und nach löste sich die Gruppe auf und ich blieb übrig, weil man mich aber nicht einfach vor die Tür setzen wollte, kam ich in die Fortgeschrittenengruppe. Immer noch mit orangener Kragenschwimmweste bewaffnet und Opti auf dem Autodach ging es dann zu den ersten Regatten, aber auch diese Gruppe löste sich auf und so ging es dann nahtlos über in den Teeny. Egal, was alle optifanatischen Leistungssegler jetzt dagegen sagen wollen, es ist und war ein super Boot. Zu Zweit hatte man einfach doppelt so viel Spaß und meine best
e Regattastrategie "einfach nicht dahin fahren, wo die anderen sind" ging meistens super auf.
Auch wenn ich noch nie zu den Riesen dieser Welt gehört habe, war ich aber trotzdem irgendwann einfach mal zu groß für den Teeny, also was kommt danach? Na klar, 420er! Also ab, rein da, und segeln... Es war gar nicht so leicht, sich in so einem Feld, das auf einem komplett anderen Niveau war, zu behaupten und neidisch guckte ich immer zu den Booten, die mich gerade überrundeten - die Kadersegler. Persönlich waren die echt unausstehlich, aber die hatten es drauf. Damit war das Ziel klar, nur noch erreicht werden musste es. Mit vielen Umwegen und vielen verschieden Vorschotern schaffte ich es dann aber doch irgendwann in den Berliner 420er-Kader und fand die Bestätigung der meisten Vorurteile, als Neue ist man einfach mal ganz unten in der Nahrungskette und wenn man dann noch aus dem Teeny kommt...

Die nächsten zwei Jahre verbrachte ich dann irgendwo zwischen der Côte d’Azur (Südfrankreich), Warnemünde, Zadar (Kroatien) und Istanbul (Türkei) auf Trainingslagern, Regatten und Meisterschaften, im Winter wurde ordentlich Sport getrieben und Theorie gebüffelt. 2007 wurden meine derzeitige Vorschoterin und ich dazu noch in die Bundesfördergruppe ernannt – anderes Wort für extra Training. Nebenbei bin ich übrigens auch manchmal in die Schule gegangen ;-) Eigentlich immer, aber irgendwann hielten die Leute aus der Schule das nur noch für eine Ausrede: Wer kann denn so oft wegen Urlaub (Segeln!) in der Schule fehlen?! Erstaunlicherweise litten meine Noten nicht im Geringsten unter der Dauerbeanspruchung, was die Hauptbefürchtung aller war.
Das ganze 420er-Regatta- und Kaderleben war so in mein Leben übergegangen und die normalste Normalität geworden, dass ich im Herbst 2008 erst einmal vor einer Wand stand als ich aus Altersgründen aufhörte, aber mit Segeln aufhören kam gar nicht in Fragen, nur anders sollte es halt sein. Ich wollte nicht mehr abhängig von anderen Leuten sein, aber auch nicht auf ein Einhandboot umsteigen, es musste irgendwie noch was anderes geben.
Ein halbes Jahr lang segelte ich mal hier mit, mal da und eigentlich mit dem Gedanken in der Match - Race Szene Fuß zu fassen, aber nach einer Bootsüberführung im Sommer 09 von Cowes nach Kiel, kam ein neuer Wunsch in mir hoch, der dann bei einer zweiten Überführung im Herbst von Kalmar nach Berlin bestätigt wurde. Und als ich so zwischen meinen Unizusagen saß und überlegt, welche ich den jetzt nehmen sollte, kam ein euphorisches Gefühl in mir hoch. Also nahm ich die Unterlagen und schmiss sie in den Müll, wobei ich mir wie in einer kitschigen amerikanischen Teenykomödie vorkam, aber in den Filmen ist das ja auch immer die der erste Schritt zu Großem. (Später holte ich die Unterlagen übrigens wieder aus dem Müll raus, ein wenig auf Nummer sicher gehen schadet ja nicht.)
Inzwischen ist es allerdings fest. Ich hab mir das Jahr jetzt genommen um die Freiheit, die einem nach dem Abi ja immer so angepriesen wird, auch zu nutzen und nicht erst auf den Wunsch zurückgreifen, wenn ich alt, grau und vergesslich bin.
Meine Liebe zum Regattasegeln habe
ich übrigens noch nicht begraben, ich gehe jetzt nur mal ein wenig Horizonte erweitern. Im Sommer, bei einem Segelcamp am Möhnesee, bei dem ich Segellehrer spielte, habe ich eine ganz neue Seite des Segelns entdeckt und es das erste Mal richtig verstanden und das Ganze ohne Leistungsdruck und ohne den Ehrgeiz als erster im Ziel zu sein, gesehen – ein befremdendes Gefühl, aber durchaus positiv und so interessant, dass ich genau an diesem Punkt ab Mai anknüpfen möchte.














